10 Jahre Ortsverein Schwabach
Lasst uns endlich nochmal miteinander feiern!!!

 Donnerstag, 28. September 2023
Wanderführerin: Lisa Rikirsch, 13 km


Endlich, dann eben nach elf Jahren!
Wegen einer Schulterverletzung der Wanderführerin beim Vorwandern zu diesem Event musste die Wanderung im vergangenen Jahr abgesetzt werden.
Dafür fällt sie heute umso intensiver aus: Strahlend blauer Himmel, 25 Grad sommerliche Hitze und ein Linienbus, der nur für uns 26 Wanderer zum Ausgangspunkt der Wanderung in Osternohe fährt.
Erstmal alles, was den Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch des Körpers behindern könnte, gleich in den Rucksack packen. Ein Raunen geht durch die Menge, als der Blick auf die 120 Meter steil über uns aufragende Mauer der Schlossruine fällt, sie ist jetzt unser Ziel. Schade, dass der Steig über den Wiesenhang nicht mehr begehbar ist, so müssen wir der Teerstraße folgen bis wir auf den Treppensteig zum Igelwirt ausweichen können. Im Schatten der prächtigen Hoflinde erst mal durchschnaufen und den Dampfkessel im Körper nachspeisen. Nur noch zwanzig Höhenmeter bis zum Baumbild „Der Schrei“, nicht von Munk, aber als Einstieg in den Baumbilderweg mit über 40 Kunstwerken, immer an Bäumen links und rechts des Weges, ein guter Tip. Jetzt noch einige Stufen hinauf zur Schlossruine. Die Aussicht ist überwältigend und entschädigt für die unzähligen Schweißtropfen. Selbst ein erfahrener Wanderprofi, wie unsere Margit aus Hersbruck, welche den Weg von hier zum Hohenstein schon unzählige Male gewandert ist, muss eingestehen: „Da oben war ich noch nie!“







Mit weiteren Baumbildern, wie Eichhörnchen, Biber, Fasan, Auerhahn und Zwerg gelangen wir zu der denkwürdigen Stelle an welcher vor Jahresfrist die Schulter der Wanderführerin jäh zweimal aus ihrer Lagerung gerissen wurde, sich zum Glück wieder ihrer Bestimmung besann und „eingeschnappt“ weiter ihren Dienst verrichtete, bis sie dann zu Hause auf dem Sofa komplett versagte. Gemeinsam halten wir zum Gedenken des „schrecklichen“ Ereignisses inne und errichten ein geistiges Mahnmal.
Über Entmersberg und den Sittenbachgrund gelangen wir zum letzten Aufstieg, nochmal 140 Höhenmeter hinauf nach Hohenstein. Unbarmherzig brennt die Sonne jetzt zur Mittagszeit herunter und jeder Schattenspender wird zum Durchschnaufen genutzt. Kameradschaftlich, wie es sich für eine ordentliche Wandergemeinschaft gehört, warten alle oben am Scheitelpunkt bis auch der letzte wieder einen 60iger Puls hat, bevor wir am Wanderheim des FAV anklopfen.

Siggi, Waltraud und Brigitte erwarten uns schon, haben wir uns doch für schlappe sechs Kilometer und zweimal über hundert Höhenmeter zweieinhalb Stunden Zeit gegönnt. Aber das ist gut so, sind wir doch alle nicht mehr die Jüngsten. Es gibt Schaschliktopf reichlich für alle, zubereitet von Chefkoch Siggi, die Damen durften ihm zuarbeiten, da geht Siggi keine Kompromisse ein. Dafür ein einhelliges großes Lob und Dankeschön, zumal es ja wirklich wieder mal hervorragend gemundet hat. Auch Waltraud wird zufrieden sein mit dem wirtschaftlichen Ergebnis, ist das Wanderheim doch ihr „Lieblingskind“.







Gestärkt und mit wieder ausgeglichenem Flüssigkeithaushalt treffen wir uns mit Herrn Maul, dem 1. Vorsitzenden des „Verschönerungsverein Hohenstein e.V.“, um die Burg einmal mit allen ihren Ritzen und Kanten kennenzulernen. Er führt uns durch alle Winkel und Kämmerlein, bis hinauf auf das enge Türmchen auf dem Pallas, dem höchsten Punkt Mittelfrankens mit 634 m. Immerhin gehen die Ursprünge der Burg auf das 11. Jhd. zurück, urkundlich erwähnt wurde sie erstmals 1163. 1505 erwarb sie die Reichsstadt Nürnberg. 1806 fiel sie an das Königreich Bayern und wurde dem Verfall preisgegeben. Erst als sich der jetzige Verschönerungsverein 1901 ihrer annahm ging es wieder aufwärts. Heute wird der Verein von acht tatkräftigen Mitgliedern getragen und was sie geschaffen haben ist beispiellos und verdient ein außerordentliches Lob.
Wir müssen uns wieder auf den Weg machen. Noch ein kurzer Rückblick von Osten auf die eindrucksvolle Silhouette der Burg und wir gelangen nach Treuf. Ein Dorf, neben anderen Orten der Umgebung, welches wegen starrköpfigen Mitbewohnern am Ende des letzten Krieges nahezu dem Erdboden gleich gemacht wurde. Ein sinnloses Unterfangen. Dem Harnbach folgend, stets bergab, passieren wir die Griesmühle mit dem heute etwas kümmerlichen Wasserfall und erreichen über die Harnbachmühle, nur noch erkennbar am einsam im Gestrüpp stehenden Wasserrad, schließlich unseren Zielbahnhof in Rupprechtstegen. Dem verlockenden Beispiel unserer Mitwanderinnen Margit und Ingrid, uns hier im Rastwaggon noch einen Schoppen oder eine Halbe zu gönnen, können wir leider nicht folgen. Die Gemeinschaft der Gruppe erfordert auch eine gemeinsame Heimfahrt, auch wenn uns die Deutsche Bahn nicht den Komfort eines Speisewagens anbieten kann.
Allseits ein großes Lob an die Wanderführerin für die tolle Idee mit der Burgführung und die Organisation des Essens im FAV Wanderheim.

Text und Bilder: Roland Rikirsch

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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