Zum Grünen Pfad der Erlebniswelt. Das Hirse-Paradies

Donnerstag, 27.September 2018.

Wir begannen unsere Wanderung am Ansbacher Bahnhof durch den Hofgarten mit Orangerie, die zur Residenz gehört. Sie ist von 1726 bis 1743 erbaut worden. Waltraud erzählte, dass die Bepflanzung, jedes Jahr durch alte, barocke Musterbücher erstellt wird. Vor der Orangerie in den Pflanztrögen, die auch beschildert sind, wachsen Zitronen, Pomeranzen, Oliven, Pistazien, Lorbeer sowie Feigenbäume. Die Denkmäler und Gedenktafel erinnern an den Botaniker Leonhart Fuchs, Dichter Johann Peter Zu, Marktgräflicher Minister Freiherr von Bekendorff und an das 1833 in Hofgarten ermordete Findelkind Kaper Hauser. Zum 500 Geburtstag von Leonhard Fuchs wurde im Jahr 2001 ein Heilkräutergarten angelegt.



Nun gelangten wir auf die Straße und gingen durch Ansbach, die Stufen hinauf zum Bismarckturm. Er würde am 17.03.1903, nach dem Entwurf „Gottesdämmerung“, auf der Kaiserhöhe errichtet. Die Bauzeit betrug 5 Monate und das Baumaterial ist Muschel-Kalkstein. Die Bismarcksäule wurde als Aussichtrum mit Feuerschale errichtet. Es gibt insgesamt 46 weitere Bismarcktürme, erbaut von Wilhelm Kreis. Es führen 64 Stufen im Innerem des Turmes hinauf.1914 kostete die Besteigung 10 Pfennige im 1. Weltkrieg wurden Schlachtensiege mit Böllerschüssen gefeiert. 1930 fanden Aufmärsche und Kundgebungen der Nationalsozialisten statt. Eine Besteigung des Turmes ist nur am Tag des offenen Denkmals möglich. Zwischen Mai und August finden alle 14 Tage sonntags, bei gutem Wetter, Gottesdienste statt. Nach einer kurzen Rast stiegen wir die Stufen hinab und gelangten zur Straße, die uns aus den Ort Ansbach, vorbei an einem Spielplatz, bis zu unseren Wanderpfad, führte. So wanderten wir weiter bis zur Bernadotte – Wiese. Am 15. August 1806, in diesem Talgrund des Thiergartenwaldes, feierten mehrere tausend französische Soldaten den 37. Geburtstag von Kaiser Napoleon Bonaparte. Diese Feier, auf Kosten der Bürger der Stadt Ansbach und des Vororts Hennenbach und der umliegenden Dörfer, ergaben ein Gelage auf der Waldlichtung, die seither den Namen „Bernadotte-Wiese“ trägt. Nach dem Abzug der Franzosen im September 1806 litten die Bürger und Bauern noch lange an den Kosten, die die Franzosen verursacht hatten und die sie bezahlen mussten. Wir tauchten in den Wald ein, auf schmalen, unmarkierten Pfaden, an einem Biotop vorbei, immer ein wenig bergauf. Oben angekommen hatten wir einem schönen Ausblick über die Felder. Um ein kleines Wäldchen herum kamen wir zu den Hirsefeldern, in denen uns Bauer Heubeck bereits erwartete. Er lobte uns gleich zur Begrüßung: „Das ist ja ein Timing“ und begrüßte uns ganz herzlich. Er erklärte uns wie er zum Hirseanbau kam. Die Hirse für Vögel und Heimtiere gibt es in 20 verschiedene Sorten und Wuchsformen zum selberpflücken. Rispenhirsen, Kolbenhirsen, Sorghum, Sudangras, Schelli „bunt“, die, je nach Erntezeit, verschiedene Reifestadien bis hin zur Vollreife durchleben, sind angebaut. Sonnenblumenkerne in Schwarz dienen den Vögeln auch als Futter.



Wir erfuhren ebenfalls, dass die halbreife Hirse als Vogelfutter eingefroren wird. Im September ist Haupterntezeit für die selbst Pflücker. Bauer Heubeck pflanzt nicht nur „Vogelfutter“, sondern auch „Menschennahrung“ an. Seine Kürbisfelder waren mit Kürbissen jeder Art und Größe bedeckt und einen ungewöhnlichen Flaschenkürbis, der wie eine Schlange aussah, durften wir mitnehmen.  „Der Grüne Pfad“, Ökologie direkt vor der Haustür begegnen. Ursprüngliche Getreidesorten wie Einkorn, Emmer und Kartoffeln, blaue, rote und violette Arten auch verschiedene Hirse- und Hafersorten ca.100 Nutz- und Kulturpflanzen zum Kennenlernen. Nach ca.1 Stunde Erklärung und Staunen verabschiedeten wir uns von Herrn Heubeck und bedankten uns mit Applaus bei Ihm. Zurück zum Waldrand, immer daran entlang, bis in das Wohngebiet Weinberg. Wir kehrten in der Gaststätte Weinberg ein und fanden Platz im Garten mit einem herrlichen Blick über Ansbach. Das Gasthaus ist seit 140 Jahren in Familienbesitz der Fam. Meyer, die ins verbot die freilaufenden Hühner zu füttern: „Sonst springen sie auf den Tisch und picken eueren Schweinebraten weg!“ Nach dem guten Essen stiegen wir viele Stufen bis zur Stadt Mitte Ansbach hinab. Herrliche alte Häuser flankierten unsern Weg und einige Wanderer sagten: „Da möchte ich auch gerne wohnen.“ Am Bahnhof angekommen, belohnten wir unseren Fleiß, in der Eisdiele gegenüber, mit leckeren Eiskugeln. Die Wanderer bedanken sich für die schöne Wanderung und die interessante Führung beim „Grünen Pfad“. Das alles hatten sie nicht gewusst. Sie haben wiedermal, durch den Fränkischen Albverein Schwabach, was Neues entdecken können.

Eure Waltraud Bauer