Abstecher in die Vergangenheit: Das Kinomuseum Rednitzhembach

Donnerstag, 06.02.2020; Wanderführerin: Lisa Rikirsch; 13 km

Bei unserer Wanderführerin ist ein Happen Kultur in nahezu jede Wanderung eingebaut. Heute allerdings steht die Kultur an vorderster Stelle: Den Weg von Schwabach nach Rednitzhembach kennt eigentlich jeder. Der Höhepunkt ist das einzigartige Kinomuseum in der Schule von Rednitzhembach.





Spannend ist der Weg trotzdem, führt er doch abseits der Hauptwege auf teilweise engen Pfaden im Zickzack durch das Waldgebiet Maisenlach. Von der hier vorkommenden Orchideenart „Breitblättrige Ständelwurz“ ist leider noch nichts zu sehen. Aber es wurde schon mal auf die Standorte hingewiesen, wo sie Ende Juni bis Juli zu sehen sein wird.
Punkt zwölf öffnen sich die Pforten im Hembacher Hof extra für uns, ansonsten erst ab 16:00 Uhr. Wir werden bestens verköstigt und das fast schon obligatorische Wanderlikörchen gibt es als Extra auf Kosten des Hauses.
Zur „Mitte Rednitzhembachs“, direkt im Wasserbecken vor dem Rathaus gibt es natürlich einen Beitrag der Kulturwartin. Ich muss mich vor meinem ganz persönlichen Denkmal in Lebensgröße aus rostigem Stahl den Fotografen stellen. Für eine großzügige Spende von zwanzig Euro bin ich zu dieser Ehre gekommen. So wie es aussieht, wird diese Kopie mich um einige Jahrzehnte überdauern.
Pünktlich um 14:00 Uhr erwartet uns Herr Deffner, Veranstaltungsbeauftragter der Gemeindeverwaltung, am Kinomuseum vor der Schule.







In seiner launigen, humorvollen Art erklärt er uns, wie es zu dieser Kuriosität im Schulhaus gekommen ist:
Horst Hippe, Hembacher Bürger und gelernter Rundfunkmechaniker hat in 35 Jahren alles gesammelt was über Radio und Kino aus der Zeit vor 1950 auf Flohmärkten zu bekommen war. Ein Prunkstück seiner Sammlung ist ein Kinoprojektor aus dem Jahre 1905. Alles ist funktionstüchtig. In seinem Haus hatte er ein Kleinstkino mit elf Sitzplätzen. Da er selbst zu wenig Platz hatte, um alles auszustellen, war sein größter Wunsch, dass die Gemeinde ihm mit einer Lösung beistehen würde. Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Alles ist zwar nicht zu sehen, aber ein Kleinod der Kinowelt aus den dreißiger Jahren ist entstanden. Komplettiert ist es mit vier Reihen á sieben Plätzen alter Kinosessel aus dem Schwabacher Luna Kino.

Dankend nimmt Herr Deffner das Angebot unserer Wanderführerin an, ihm einen halbseitigen Artikel über Horst Hippe und sein Hobby aus dem Schwabacher Tagblatt vom 17.01.2000 aus ihrem eigenen Fundus für das Museum vorbeizubringen (sie sammelt auch alles).


Text: Roland Rikirsch       Bilder: Roland Rikirsch  u. Henry Siggelkow