Von der Steinernen Rinne in Rohrbach zu den Märzenbechern in Ettenstatt

Donnerstag, 05.03.2020; Wanderführerin Lisa Rikirsch; 11 km


Diese Traumkombination für eine Wanderung lag uns schon lange am Herzen. Sie scheiterte bisher immer daran, dass wir bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bei unseren Donnerstagswanderern mit 20 km Wanderstrecke keinen Blumentopf bzw. Märzenbecher hätten gewinnen können.
Spontan haben wir uns nun für Fahrgemeinschaften entschieden, weil dadurch die Wanderstrecke nur noch halb so lang ist.
Unser Ausgangspunkt ist Rohrbach an der Steinernen Rinne. Der Bohlenweg neben  diesem überwältigenden Naturdenkmal führt uns hinauf bis zur Quellöffnung. Ab hier, auf dem Limesweg, welcher uns entlang der Sinterterrassen der Rotschlucht hinauf zum Albrand führt, begleiten uns rechts und links des Weges erste Märzenbecher und Leberblümchen. An der Hangkante entlang, bis hinüber nach Kaltenbuch bläst uns ein kalter Wind um die Ohren – von Sonne leider keine Spur.



Im Märzenbecherwald angekommen sind wir überwältigt von den Millionen von Märzenbechern, verteilt auf einer riesigen, von kleinen Rinnsalen durchzogenen Buchenwaldfläche, welche sich auf weiß blühenden Inseln im Wald verteilen.
Angekommen in der Gaststube der Familie Treiber in Ettenstatt, welche eigentlich die hiesige Bäckerei betreibt und nebenbei das Wirtshaus führt, entwickelt sich schnell mit den anwesenden Stammtischlern und einer weiteren Wandergruppe ein reger gedanklicher Austausch. Hierbei stellt sich heraus, dass bei so vielen, eigentlich fremden Menschen, fast jeder, auf irgendeine Weise, über etliche Ecken, mit den anderen bekannt ist. Selbst der Juniorwirt muss bekennen, dass er einst Schüler der Tochter unserer Erika war. Erika ist die Cousine unserer Erna, welche am Nebentisch einen Bekannten aus ihrem Geburtsort ausfindig macht. Auch ich bin überwältigt von den Zufällen. Die Türe öffnet sich, und mein ehemaliger Arbeitskollege, welcher über zehn Jahre meine berufliche rechte Hand war, kommt mit Wanderfreunden der DAV-Gruppe Weißenburg in den Gastraum.
Da bleibt nur noch zu erwähnen, dass, dank frühzeitiger Übermittlung der einzelnen Essenswünsche, jeder ruckzuck sein Schnitzel, oder ähnliches verzehren kann und danach große Einmütigkeit über die gute Qualität des Essens herrscht.
Wir müssen zurück zu unseren Autos an der steinernen Rinne. Es fällt uns schwer, diesen geselligen Ort zu verlassen. Es tröpfelt, das kann uns allerdings nicht davon abhalten, Ernas neueste Kreation aus Johannisbeere und Zwetschge zu verkosten. Der läuft wie Öl die Kehle hinunter!





Wir steigen nochmals durch den Märzenbecherwald hinauf und folgen dann einem streckenweise etwas feuchtschlammigen Forstweg unterhalb des Albrandes hinüber gen Rohrbach. Der Abstieg hinunter zum Parkplatz an der steinernen Rinne beschert uns nochmals ein Schauspiel von Märzenbechern welche wir hier nicht mehr erwartet hätten. Unzählige Leberblümchen, unscheinbar am Wegesrand, weil die Sonne das Öffnen der Blüten heute nicht fördern will, begleiten uns entlang der Sinterterrassen des Rohrbaches hinunter bis zum Auto.
Wir hatten nicht erwartet, dass diese Wanderung so tiefe Eindrücke hinterlassen wird. Umso mehr bedanken wir uns für eure nachträglichen Anrufe und positiven Mitteilungen. Wir machen das gerne für euch, weil ihr alle einfach super seid.

Text und Bilder: Lisa und Roland Rikirsch