Frühjahrs-Wanderung zu den Christrosen in Hohenstadt

Donnerstag, 04.04.2019, Wanderführerin: Lisa Rikirsch, 12 km




Großes scheint der Wettergott heute nicht mit uns im Sinn zu haben, es ist grau und düster am Schwabacher Bahnhof, als wir uns zu fünfzehnt auf den Weg nach Hohenstadt machen.
Ganz anders das Bild bei der Ankunft am „Christrosenhang“ oberhalb des Friedhofs von Hohenstadt: Strahlend blauer Himmel, wärmende Sonne und um uns herum scheint die Natur in ihrer Farbenpracht förmlich zu explodieren. Also doch, Lisawetter! Die Lenzrosen blühen in allen Farbnuancen, von reinweiß über gesprenkelt, bis dunkelviolett. Dazwischen immer wieder die stinkende Nieswurz, welche sich in bescheidenem Grün zeigt. Begleitet wird diese Pracht vom Hohlen Lerchensporn, dem Leberblümchen, Veilchen und Buschwindröschen, welche hier jeweils in ihrer ganzen Farbpalette von weiß über rosa und lila, bis hell und dunkelblau, sowie gelb in Erscheinung treten. Wenn das kein Auftakt für eine Frühlingswanderung ist?



Es fällt schwer, sich loszureißen, aber der Gedanke an frische Bratwürste im Gasthaus in Kleinviehberg erleichtert diesen Schritt.
Vorbei an der Hahnenlochhöhle und über die Geröllschutthalden, ausführlich kommentiert von der Wanderführerin, geht es hinauf zur Hohenstädter Geiskirche und zum Hohenstädter Fels. Hier flattert der rot-weiße Frankenrechen stramm im Wind. Er will uns willkommen heißen. Wir genießen den herrlichen Ausblick. Dann machen uns flugs auf den Weg hinüber nach Kleinviehberg. Punkt zwölf, die Wirtin hat wieder extra für uns aufgesperrt. Die Bratwürste schmecken vorzüglich, und das zu Preisen, die auch den schmalen Geldbeutel schonen.
Prall geladen mit neuer Energie wandern wir nun oberhalb des Kutscherberges und des Essiggrabens hinüber zum Steinbruch, manchen bekannt von der Wanderung auf dem Kalorienweg, welcher uns auch heute durch den Steinbruch geleitet. Damals hat es keiner gewagt, eine kleine Kostprobe hochprozentiger Labung aus dem Rucksack zu zaubern - wohl wegen der Kalorien! Nun sei dem Fritz ein großes Lob beschieden. Er reicht uns anlässlich einer neu angebrochenen Dekade seines Lebens im Steinbruchhäuschen einen köstlichen Waldbeerengeist. Wir gratulieren und lassen ihn hochleben.

Der erstmals begangene kleine Schwenker durch den Hohlweg zur Erzgrube und der letzte Anstieg hinauf zum Michelsberg haben schließlich auch diesen zusätzlichen Energieschub positiv verwertet.
Der Zug für den Heimweg fährt uns buchstäblich vor der Nase weg. Dieses Malheur hat aber auch eine positive Seite: Es reicht für die Genießer noch, dem ausgelaugten Körper ein Schleckeis zu gönnen.



Text: Roland Rikirsch,  Bilder: Angelika Schneider und Roland Rikirsch