Naturschönheiten am Hahnenkamm

Donnerstag, 09.05.2019; Wanderführerin: Lisa Rikirsch; 14 km



Von Schwabach aus zum Wandern am Hahnenkamm: Das liegt nicht gleich um die Ecke, da bedarf es schon einer etwas längeren Rechenoperation der VGN-App, um diese Route auf die Reihe zu kriegen. Schwabach – Pleinfeld – Gunzenhausen mit dem Zug und weiter nach Heidenheim per Bus, so das Ergebnis, und das mit einer Reisezeit von komfortablen 83 Minuten. Die Busfahrt, vorbei an der weithin sichtbaren Burg Spielberg, und die Ausläufer des Hahnenkamms stimmt uns auf die Wanderung ein.
Der Aufstieg vom Kloster in Heidenheim, hinauf zum ehemaligen Panzerübungsgelände auf dem Dürrenberg treibt erste Schweißperlen auf die Stirn und lässt wahre Sturzbäche über die verlängerte Rückenrinne unter dem Rucksack abfließen.





„Rinnen“ sind heute eines der zentralen Themen der Wanderung. Durch den alten Steinbruch und über den unscheinbaren Gipfel des Dürrenberg erreichen wir den „Steinernen Mann“, ein Denkmal für einen hier verunglückten Fuhrmann. Durch endlose Teppiche mit üppig sprießendem Bärlauch und vorbei an der alten Papiermühle erreichen wir das Highlight des Tages, die Steinerne Rinne nahe Wolfsbronn. Sie ist mit 130 m Länge und bis zu 1,60 m Höhe eine der mächtigsten Kalktuff-Rinnen in unserer Heimat. Um wieder zu Kräften für den weiteren Weg zu kommen, lassen wir bei unserer Mittagsrast im „Gasthaus zur Steinernen Rinne“ in Wolfsbronn das eine oder andere kühle Bier durch unsere Kehle rinnen.
Nach der Stärkung steigen wir hinauf nach Oberweiler. Hier gibt es eine weitere, allerdings wesentlich kleinere steinerne Rinne zu besichtigen, sozusagen in der Entstehung. Wir beschließen einhellig, sie in ca. zehntausend Jahren noch einmal zu besuchen und dann ihre unermessliche Schönheit zu bestaunen.
Jetzt noch einmal ein kräftiger Anstieg, hinauf auf die Hochfläche des Gemeindeberges, und dann auf bequemen Wegen, vorbei an den alten Bierkellern, zum Naturschutzgebiet Buchleite am Ortsrand von Markt Berolzheim. Die Bäume der Streuobstwiese haben bereits verblüht, dafür riesige Flächen blühender Schlüsselblumen und vereinzelt der Frühlingsenzian. Jetzt, voll belaubt, spenden die uralten, mächtigen, „Sieben Linden“ wohltuenden Schatten für die heute noch vielfach genutzte Schaftränke. Die aufziehenden dunklen Regenwolken bewegen uns zum eiligen Aufbruch. Dem kräftigen Schauer entkommen wir auf dem Weg zur Bushaltestelle indes nicht.


Text und Bilder: Roland Rikirsch