Broudwärschd am Kalorienweg

Donnerstag, 09.08.2018, Wanderführerin: Lisa Rikirsch, 13,5 km

Der Wetterbeicht prophezeit 35 Grad, da zeigen wir Verständnis, wenn das Interesse an der heutigen Wanderung etwas verhalten ist.
Zu acht lauschen wir den Worten unserer Wanderführerin auf dem Weg durch die romantische Altstadt von Hersbruck mit den sehenswerten Bürgerhäusern.
Weiter am Schloss und dem Wassertor vorbei kommen wir über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Hersbruck (Außenlager des KZ Flossenbürg). Unsere Wanderführerin Lisa berichtet, dass hier bis zu 6000 Häftlinge untergebracht waren, die in den Berg Houbirg bei Happurg eine unterirdische Motorenfabrik für Jagdflugzeuge bauen sollten - sicher vor alliierten Bombenangriffen.
Neben Gedenktafeln und einer Dokumentationsstätte erinnert die Skulptur des ehemaligen Häftlings und Künstlers Vittore Bocchetta an die Geschehnisse hier. Er konnte 1945 auf dem Todesmarsch nach Dachau fliehen. Er wird heuer am 15. November 100 Jahre alt.





Nun gibt uns der Kalorienweg wieder die Richtung vor, er informiert uns auf Schautafeln darüber, wie lange es dauert, bis der Körper eine zu sich genommene Speise oder ein Getränk wieder verarbeitet hat.
Als wir in den Essiggraben eintauchen empfängt uns eine wohltuende Kühle, die aber umso schweißtreibender wird, je mehr wir an Höhe gewinnen. Gottlob, steht vor dem Wirtshaus in Kleinviehberg eine riesige Linde, unter welcher wir uns niederlassen. Die Wirtshaustür ist noch zugesperrt, wird aber sogleich geöffnet, extra für uns. Kalorien- und Flüssigkeitsspeicher werden ordentlich aufgefüllt, bevor wir uns schweren Herzens anschicken, den gemütlichen Ort wieder zu verlassen.
Der Weg hinüber nach Großviehberg ist teilweise vollsonnig, da können wir die Daheimgebliebenen verstehen, die Hitze ist gnadenlos.
Am Ortseingang entdecken wir eine völlig neue Pferderasse, das „Fränkische Alb Zebra“ (siehe Bild), es scheint sich allerdings in seiner Haut nicht allzu wohl zu fühlen.
Wir erfahren, dass der hiesige Wasserturm schon über 100 Jahre alt ist und die alte Michael-Roigler-Linde angeblich schon zu Ende des 30-jährigen Krieges gepflanzt worden sein soll.
Wieder auf schattigen Pfaden führt uns nun der Kalorienweg zunächst zum Ludwigsfelsen mit dem alten Steinbruchhäuschen und über den Steinberg hinunter nach Hersbruck.
Schweißtreibend zum Abschluss nochmal der Aufstieg auf den Michelsberg, den 419 m hohen Hausberg der Hersbrucker, der uns mit dem überwältigenden Blick auf die Stadt Hersbruck und das Pegnitztal belohnt. Hier wird uns bestätigt, dass die Broudwärschd vom Mittagessen bereits restlos in Energie umgesetzt sind.
Unseren Flüssigkeitshaushalt bringen wir schließlich im schattigen Biergarten am Unteren Markt wieder ins Gleichgewicht.



 


Text und Bilder: Roland Rikirsch