Besinnung und Naturgenuss im Heimbachtal

Donnerstag 07.06.2018,  Wanderführerin: Lisa Rikirsch, 13 km

Im Schatten des Pfaffenberg-Nordhanges steigen wir hinauf zum aufgelassenen Gredinger Steinbruch, eine Felswand mit beeindruckenden Ausmaßen. Hier war einmal angedacht Karl May Festspiele auszurichten. Unser Weg führt durch das Brunntal zur Straße von Kraftsbuch nach Heimbach hinunter. Gleich zu Anfang leuchtet uns eine einzeln stehende Türkenbundlilie am Wegrand entgegen. Eine kurze Strecke weiter ein ganzer Hang mit in voller Blüte stehendem gelbem Rittersporn. Mit ihm ist nicht zu spaßen, er ist hochgiftig, wie alle Rittersporne. Dies ist wieder einmal eine für uns alle unbekannte botanische Rarität, aber Marianne kennt sie, sie ist unsere Pflanzenexpertin.



An der Straße angelangt ein weiteres botanisches Highlight, der „Gewöhnliche Natternkopf“. Wir stehen hier genau auf der ICE-Strecke Nürnberg-München. Sie unterquert im Euerwanger Tunnel auf 7700 Metern Länge den Euerwanger Bühl in bis zu 190 m Tiefe. Zwei parallel zur Strecke verlaufende, je 1015 m lange, befahrbare Rettungstunnels führen hier über insgesamt sieben Notausgänge an die Oberfläche. Der Tunnel kann mit bis zu 300 km/h befahren werden. Ab und zu kann man am südlichen Portal den sog. „Tunnelknall“ wahrnehmen.



Kurz vor Heimbach schwenken wir auf unser Hauptziel, den „Heimbacher Bildstockweg“ ein. Dieser ist in seiner Art etwas ganz Besonderes. Er wurde 1996 mit dem Denkmalspreis des Bezirks Mittelfranken ausgezeichnet. An 12 Bildstöcken, Feldkreuzen, einer Grotte und der hoch oben gelegenen Antonius Kapelle vorbei führt dieser Weg mit reizvollen Blicken auf das schöne Heimbachtal. Das Alter dieser Zeitzeugen reicht vom Anfang des 17. Jh. bis in die jüngste Gegenwart. Sämtliche Objekte befinden sich in Privateigentum und werden von ihren Besitzern gepflegt. Klar, dass uns unsere Wanderführerin zu jedem Einzelnen eine Geschichte erzählen kann.
Als kulinarisches Highlight folgt nun der pfannenfrische Schweinebraten auf der Terrasse im Gasthaus der Familie Gmelch.
Frisch gestärkt steigen wir danach den Gredinger Berg hinauf. Wir halten Ausschau nach den wenigen hier endemisch vorkommenden „Gredinger Mehlbeeren“, nach ihrem Entdecker auch „Schuhwerks Mehlbeere“ genannt. Leider ist uns nicht vergönnt, einen dieser seltenen Bäume zu entdecken (es gibt nur ca. 60 Stück).
In Greding angekommen reicht unsere Zeit noch, um in einer Eisdiele am Marktplatz das angekündigte Unwetter auszusitzen (gaaaanz harmlos), bevor der Linienbus uns wieder nach Hause bringt.




Text und Bilder: Roland Rikirsch